Apple setzt bei seiner neuen iPhone-Generation stark auf bessere Kameras, um die zuletzt gesunkenen Verkäufe seines wichtigsten Produkts anzukurbeln. Das iPhone 11, das als Einstiegsmodell das aktuelle iPhone XR ersetzt, bekommt unter anderem einen Nacht-Modus.
Dieser soll für gute Bilder bei dunklen Lichtverhältnissen sorgen. Das zusätzliche Ultra-Weitwinkel-Objektiv soll nicht nur genutzt werden, um mehr ins Bild zu bekommen, sondern auch zur Verbesserung der Fotos.
Der Nachfolger des aktuellen Top-Modells iPhone XS bekam den Namen iPhone 11 Pro. Das am Dienstag vorgestellte Gerät hat nun drei Kameras – Standard-Brennweite, Teleobjektiv und Ultra-Weitwinkel.
Für die Bildbearbeitung verbesserte Apple noch einmal den Prozessor der Geräte mit dem A13-Chip aus eigener Entwicklung. Nun sollen unter anderem auch Zeitlupen-Selfies mit der Front-Kamera der iPhones möglich sein.
Apple Watch mit neuem Display
Bei der neuen Generation der Computer-Uhr Apple Watch bleibt der Bildschirm erstmals die ganze Zeit an. Bisher war er normalerweise schwarz, um Strom zu sparen, und sprang erst an, wenn der Bewegungssensor erkannte, dass der Arm hochgehoben wird. Für die Funktion setzt Apple bei der «Series 5» der Uhr ein neues Display ein, das weniger Strom verbraucht.
Die Batterie soll damit 18 Stunden halten. Die Uhr bekommt auch einen Kompass. Die Notruf-Funktion funktioniert nun in allen Ländern. Die Alu-Gehäuse werden neu aus Recycling-Aluminium hergestellt. Erstmals gibt es Gehäuse aus Titan und wieder auch aus Keramik.
Apple behält auch die Series 3 aus dem Jahr 2017 im Programm und verkauft sie für 199 Dollar – das ist der bisher günstigste Preis für eine Apple Watch.
Apple startet Streamingdienst
Apple treibt zudem seinen Wandel zu einem Unterhaltungskonzern voran. Der iPhone-Hersteller kündigte am Dienstag an, seinen bereits zuvor in Aussicht gestellten Streamingdienst Anfang November in 100 Ländern zu starten. Damit will Apple Platzhirschen wie Netflix und Walt Disney Konkurrenz machen.
Apple TV+ werde knapp fünf Dollar im Monat kosten. Für Käufer eines iPhones, iPads oder Mac-Computers sei der Streamingdienst ein Jahr lang kostenlos.
Noch machen iPhone-Verkäufe die Hälfte des Apple-Umsatzes aus. Doch der Absatz schwächelt, und die Vorbereitungen auf den neuen Mobilfunkstandard 5G ziehen sich hin. Der Fokus auf den Streamingdienst zu Beginn der Veranstaltung am Dienstag unterstreicht, dass Apple sein Geschäfts neu ausrichtet.
Bisher hat sich der Konzern im Vorteil gegenüber Handy-Herstellern wie Samsung und Produzenten von Betriebsprogrammen wie Android von Google gesehen, weil er Hard- und Software aus einer Hand anbietet. Nun sollen Dienstleistungen als dritte Säule hinzukommen.
Billiger als Konkurrenz
Mit dem Preis seines Videostreaming-Dienstes unterbietet Apple Rivalen wie Netflix. Apple TV+ wird in Deutschland 4,99 Euro im Monat kosten. Erste Exklusiv-Produktionen sollen am 1. November in mehr als 100 Ländern verfügbar sein.
Apple verpflichtete für den Dienst unter anderem Hollywood-Stars wie Reese Witherspoon und Jennifer Aniston. Zugleich hatten Branchenbeobachter betont, dass Apple am Anfang eigentlich nur weniger als die Rivalen verlangen könne, weil der Konzern zumindest am Anfang ein schmaleres Inhalte-Angebot haben werde. Netflix etwa kostet in der günstigsten Tarifoption 7,99 Euro im Monat.
Apple setzt verstärkt auf Abo-Modelle, während die iPhone-Verkäufe zuletzt zurückgingen. Am Dienstag kündigte der Konzern auch den Start des Spiele-Abos Apple Arcade an, das ebenfalls 4,99 Euro im Monat kosten wird und am 18. September startet. Die Games von Apple Arcade sollen exklusiv nur bei dem Dienst verfügbar sein.