Haus, Städtle, Gemeinde Vaduz Post, Postgebäude von Vaduz und oben das Schloss Vaduz FOTO & COPYRIGHT: DANIEL SCHWENDENER

Ab Ende Juni werden die herkömmlichen Einzahlungsscheine bald ausgedient haben und von der neuen QR-Rechnung abgelöst. Die neuen Rechnungen sind nicht nur für Unternehmer einfacher, die ihren Kunden Rechnungen stellen, sondern auch für die ­Rechnungsempfänger und die Zahlinstitute, die die neuen Einzahlungsscheine mit QR-Code verarbeiten.

Obwohl die Verwendung von Rechnungen mit QR-Code bereits Mitte 2018 geplant war, hat sich die vollumfängliche Einführung um ganze zwei Jahre verzögert. Jetzt ist es aber fix: Ab dem Stichtag, dem 30. Juni 2020, können Unternehmen und Dienstleister ihren Kunden die neuen Rechnungen mit QR-Code verschicken. Doch damit dies auch funktioniert, sind Unternehmen, die ihre Fakturierung und den Zahlungsverkehr über eine Buchhaltungssoftware abwickeln, gefordert. Es müssen einige Anpassungen bei Lesegeräten und Scanningplattformen sowie bei der Kreditoren- und Zahlungssoftware vorgenommen werden.

Post ist für die Verarbeitung gerüstet
Gemäss der Liechtensteinischen Post werden die technischen Voraussetzungen zur Verarbeitung der neuen Einzahlungsscheine mit QR-Code federführend durch ihren Partner, die Schweizerische Post AG, erbracht. Sämtliche Arbeiten sollen termingerecht abgeschlossen werden. «Es müssen keine neuen Geräte installiert werden. Die bestehende Scan-Infrastruktur kann auch für die Verarbeitung der neuen Einzahlungsscheine mit QR-Code weiterverwendet werden. Es waren lediglich gewisse Anpassungen an der Software notwendig», sagt Wolfgang Strunk, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Liechtensteinischen Post AG. Im Zuge der Umstellung auf die QR-Rechnungen werden auch die Schaltermitarbeitenden auf die Verarbeitung der QR-Rechnungen geschult. Ein Abbau von Stellen ist dabei nicht vorgesehen.

Effizienter Verarbeitungs­prozess und Archivierung
Die Anwendung der neuen QR-Rechnung ist ein weiterer Schritt in Richtung Digitalisierung im Verarbeitungsprozess bei Einzahlungen. Dabei geht die Liechtensteinische Post nicht davon aus, dass das Einzahlen am Schalter effizienter wird, sondern nur der Verarbeitungsprozess und die Archivierung der Transaktionen. Die Übergangsfrist von den heute herkömmlichen Einzahlungsscheinen bis zur vollständigen Einführung der QR-Rechnungen wird rund zwei Jahre dauern. In dieser Übergangszeit werden an den Postschaltern beide Einzahlungsscheine verarbeitet. Und was passiert mit dem geliebten gelben Postbüchlein, das viele Nostalgiker niemals gegen eine Digitalbezahl­variante hergeben würden? «Das gelbe Einzahlungsbüchlein hat keine direkte Verbindung zu den neuen Einzahlungsscheinen mit QR-Code und wird daher wie gewohnt weiterlaufen, denn im Einzahlungsbüchlein werden lediglich die dort eingetragenen Einzahlungen mit dem Poststempel quittiert.» Und das wird auch so bleiben. Denn im Postgesetz ist die Gewährleistung der postalischen Zahlungsdienste geregelt. «Dazu gehört auch der Bezahlungsverkehr am Schalter. Somit kann diese nichtdigitale Einzahlungsmöglichkeit in allen Filialen der Liechtensteinischen Post AG auch in Zukunft genutzt werden». Der neue Einzahlungsschein mit QR-Code weist einige Vorteile auf. So ermöglicht er die Digitalisierung der Daten, eine effizientere Zahlungsabwicklung und Zahlungsüberwachung. Zudem gibt es pro Rechnung einen QR-Code, der für alle Zahlungsarten und Zahlungsreferenzen dienlich ist. Die Rechnungen können in Schweizerfranken und/oder Euro ausgestellt werden. Überdies sind die durchgehend automatisierten Zahlungsreferenzen vom Auftraggeber bis hin zum Empfänger gewährleistet. Auf der anderen Seite müssen alle Rechnungsempfänger am Stichtag in der Lage sein, QR-Rechnungen problemlos zu bezahlen. Über die mobile Banking-App kann mit dem Smartphone den QR-Code gescannt und zur Zahlung ausgelöst werden. Auch über E-Banking wird der QR-Code gescannt und die Zahlung bestätigt. Und wer den Gang zur Post nicht scheut, kann die neuen Rechnungen mit QR-Code wie gewohnt am Postschalter bezahlen. (lb)

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