Stellten den Digitalscheck vor: Karl-Heinz Oehri, Daniel Risch und Frank Heeb.
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Digitalisierung Das Land Liechtenstein will die Digitalisierung vorantreiben. Dafür werden nun gewerbliche KMU finanziell unterstützt, welche Konzepte, Investitionen oder Schulungen im digitalen Bereich umsetzen wollen.

Alle guten Dinge sind drei: Nach dem Exportscheck und dem Innovationsscheck gibt es aber gestern auch den Digitalscheck. «Es soll ein Förderinstrument für unsere KMU sein», erklärte Wirtschaftsminister Daniel Risch an der Pressekonferenz. Damit sollen die Betriebe, welche die Anforderungen erfüllen, bei der Umsetzung von Digitalisierungs- und Industrie-4.0-Massnahmen unterstützt werden. Voraussetzung dafür ist, dass das liechtensteinische KMU im Besitz einer Gewerbebewilligung ist und seit mindestens fünf Jahren besteht. «Der Digitalscheck versteht sich als Förderinstrument, welches alle Stufen der Wertschöpfungskette begleiten und unterstützen soll», so Risch. Und stellt klar: Es sei kein Programm im Rahmen der Start-up-Förderung, sondern für bestehende KMU gedacht. Das Förderprogramm wird in einem ersten Schritt bis Ende 2020 laufen. Die Regierung stellt dafür ein Gesamtbudget von 300 000 Franken zur Verfügung, welche in Form dieser Schecks ausbezahlt werden können.

Schnell sein lohnt sich

Das Projekt wird vom Amt für Volkswirtschaft betreut. Wie Karl-Heinz Oehri erklärte, ist der eingeführte Digitalscheck branchenunabhängig. «Wir können je nach Entwicklungsstand im Bereich der Digitalisierung verschiedene Projekttypen als förderungsfähig identifizieren.» Wolle beispielsweise ein Unternehmen Prozesse digitalisieren, indem sie eine neue Logik in die Prozesse einführe, könne das Vorhaben finanziell unterstützt werden. «Aber auch unternehmensübergreifende Prozesse, zum Beispiel in den Bereichen Beschaffung, Vertrieb oder Vernetzung, könnten mit einem Digitalscheck gefördert werden», so Oehri. Und nicht zuletzt könne auch ein Unternehmen um Förderung anfragen, welches basierend auf der Digitalisierung neue Geschäfts- und Innovationsmodelle entwickeln wolle. Reine Automatisierungs- oder Rationalisierungsprojekte sind ebenso von der Förderung ausgeschlossen wie Vorhaben im Bereich der Forschung und Entwicklung oder Leasingfinanzierungen. Eingereicht werden können die Vorschläge beim Amt für Volkswirtschaft. «Wer zuerst kommt, mahlt zuerst», so Oehri . Da die geförderten Projekte bis Ende 2020 abgeschlossen werden müssen, rate er sowieso dazu, so bald wie möglich die Anträge beim Amt für Volkswirtschaft einzureichen. Dort werden sie dann anschliessend auch geprüft.

Wie Projektleiter Frank Heeb weiter erläuterte, stehen pro Projekt maximal 60 000 Franken zur Verfügung, aufgeteilt in drei Schwerpunkte: Konzept, Invest und Training (siehe Kasten unten). Dabei können aber auch Anträge für nur einen oder zwei Schwerpunkte eingegeben werden. «Es soll nicht nur in Technologie investiert werden, sondern auch in die Menschen, denen die Digitalisierung nutzen soll. «So kann erreicht werden, dass Innovation und Wachstum auf der Basis von menschlichem Know-how und technologischem Fortschritt erfolgen kann.» Dabei betont Heeb, dass es keine Untergrenze bei den Projektkosten gebe: «Man kann auch gerne Anträge für 500 Franken einreichen, zum Beispiel für eine Schulung.» Wichtig sei einzig, dass die geförderten Ausbildungsmassnahmen Teil eines konkreten Digitalisierungsprojektes seien.

«Es gibt nichts geschenkt»

Doch werden mit den Digitalschecks nicht Unternehmen bevorteilt, welche bisher die Digitalisierung verschlafen haben? «Nein», so Risch. Schliesslich habe die Vergabe der Schecks nicht mit dem Entwicklungsstandard eines Unternehmens zu tun. Auch weit entwickelte Unternehmen hätten mit Sicherheit Projekte, um die Digitalisierung weiterzutreiben. Risch: «Die Digitalisierung ist ja nicht an einem bestimmten Punkt zu Ende.»

Wie Oehri unterstrich, handle es sich bei den Digitalschecks nicht um Geschenke an die Unternehmen. «Die Motivation zur Digitalisierung muss aus den Unternehmen kommen. Da Digitalschecks nur ein Teil der Kosten übernehmen, bleibt der Grossteil der Investition bei den Unternehmen selbst.» Es sei lediglich ein finanzieller Impuls zur digitalen Weiterentwicklung der liechtensteinischen KMU. (ags)

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