Markus Goop, Geschäftsführer von digital-liechtenstein.li
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Im vergangenen November wurde die Initiative «digital-liechtenstein.li» lanciert. Für Mitinitiator und Geschäftsführer Markus Goop ein erfolgreiches Jahr. Anfangs 2019 soll eine digitale Roadmap für Liechtenstein vorgestellt werden.

Interview: Patrik Schädler

Am 25. Oktober 2018 findet in der Schweiz zum zweiten und in Liechtenstein zum ersten Mal ein Digitaltag statt. Beim ersten schweizerischen Digitaltag am 21. November 2017 lancierte das Vaduzer Medienhaus die Plattform ligital.li und das entsprechende Printprodukt dazu. Am 30. November 2017 wurde die Initiative digital-liechtenstein.li gestartet. Sie hat dafür gesorgt, dass nun auch in Liechtenstein der Digitaltag offiziell stattfindet. Der Tag soll gemäss Markus Goop, Mitinitiator und Geschäftsführer von digital-liechtenstein.li, ein breites Publikum ansprechen und soll die Digitalisierung greifbarer machen.

Zum ersten Mal gibt es auch in Liechtenstein einen «offiziellen» Digitaltag. Warum braucht es einen Digitaltag?

Markus Goop: Der Digitaltag ist eine Plattform der neuen Initiative digital-liechtenstein.li, welche von 40 prominenten Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik getragen wird. Ein wichtiger Partner ist die Schweizer Initiative Digital Switzerland. Deren Gründer, Marc Walder, war bei unserer Auftaktveranstaltung letzten November Hauptreferent und rief uns in seiner begeisternden Rede dazu auf, Liechtenstein solle doch die Chance nutzen, am Schweizer Digitaltag als Standort teilzunehmen. Diese Chance haben wir nun genutzt und können dank breiter Unterstützung erstmals den Digitaltag in Vaduz präsentieren. Insgesamt ist der Anlass für unsere Initiative eine von verschiedenen Aktivitäten, um den Wirtschaftsstandort Liechtenstein in der digitalen Transformation zu unterstützen.

Was sind die konkreten Ziele dieses Digitaltages in und um das Kunstmuseum Liechtenstein?

Für Liechtenstein und Vaduz ist es eine tolle Gelegenheit, einer der zwölf Standorte des Digitaltags zu sein und sich hier regional und überregional als innovativer Wirtschaftsstandort zu präsentieren. Alle Standorte werden aktiv vermarket und profitieren von der starken Berichterstattung, darunter einem schweizweiten Live-Stream. Dazu muss man sagen, dass digital-liechtenstein.li in erster Linie eine b2b-Initiative ist, deshalb ist der Digitaltag, dessen Teilnahme ursprünglich nicht geplant war, eine besondere Plattform, welche ein breites Publikum anspricht. Wie bei anderen Standorten auch macht der Digitaltag in Vaduz Digitalisierung greifbarer. Beim Rundgang durch das Städtle können deshalb die Besucher diverse Programmpunkte erleben, da verschiedene Partner an den drei Standorten Kunstmuseum, Liechtenstein Center und Post Vaduz digitale Innovationen und Entwicklungen aus Liechtenstein präsentieren. Gute Beispiele sind das Klassenzimmer der Zukunft, welches das Experimentierlabor pepperMINT und die Privatschule Formatio gemeinsam vorstellen, oder eine innovative App der LGT, die einen spannenden Blick hinter die Kunstwerke der Fürstlichen Sammlungen ermöglicht. Ausserdem diskutieren Experten an sogenannten Panelveranstaltungen im Kunstmuseum über digitale Zukunftsthemen. Sämtliche Aktivitäten sind kostenlos zugänglich.

Braucht Liechtenstein Nachhilfe bei der Digitalisierung?

Nein, das glaube ich nicht. Wir sollten aber gerade angesichts der Struktur der Liechtensteiner Wirtschaft das Thema digitale Transformation sehr ernst nehmen und aktiv Massnahmen angehen, die helfen, den Wirtschaftsstandort weiter voranzubringen. Auch wenn solche Massnahmen manchmal Mut erfordern.

Die Initiative digital-liechtenstein.li gibt es nun bald seit einem Jahr. Was konnte in dieser Zeit erreicht werden?

Digital-liechtenstein.li wird getragen von der gemeinsamen Vision aller Mitglieder, dass sich Liechtenstein zu einem führenden digitalen Wirtschaftsstandort entwickelt. Das Startjahr stand im Zeichen des Aufbaus des Netzwerks und der verschiedenen Plattformen – uns freut es natürlich sehr, dass die Initiative dabei einen so tollen Start hatte. Heute sind über 40 Unternehmen und Organisationen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an Bord, wodurch das Kernziel des ersten Jahres, die Bündelung relevanter Kräfte aus diesen Bereichen, gelungen ist und unsere Erwartungen deutlich übertroffen wurden. Das zeigt einfach, wie stark der Bedarf nach einer solchen Plattform ist und welche Chance eine solche Initiative bietet. Auf der anderen Seiten konnte digital-liechtenstein.li bereits eine Vielzahl spannender Plattformen und Aktivitäten realisieren. Sicher ein absolutes Highlight dabei war der Digital Summit Liechtenstein, der vor wenigen Wochen im ausverkauften Vaduzer Saal vor 400 Entscheidungsträger stattfand und sowohl im In- als auch im Ausland Beachtung fand.

Ein erstes Ziel war die Erarbeitung einer digitalen Roadmap. Bis wann wird dieser Fahrplan für Liechtenstein fertig gestellt sein und was kann man davon erwarten?

Die Initiative hat mehrere Strategiefelder, welche wir bearbeiten. Zu den Aktivitäten, die wir daraus ableiten, zählen ebenso Kommunikations- und Vernetzungsmassnahmen für den Digitalstandort wie auch die Realisation verschiedener Plattformen. Grössere Projekte waren in diesem Bereich neben dem angesprochenen Digital Summit und dem bevorstehenden Digitaltag auch die Workshop-Events, welche für die Vernetzung und den Wissenstransfer sehr wichtig sind. Unternehmen wie Google, Thyssenkrupp Presta oder Netcetera öffneten dafür dieses Jahr ihre Türen. Die digitale Roadmap ist auch eines der zentralen Projekte. Unser Ziel ist es, diese bis Ende Jahr erarbeitet zu haben und dann zu Jahresbeginn zu veröffentlichen. Im Mittelpunkt steht dabei besonders, Handlungsfelder aufzuzeigen, welche gerade auch aus Sicht der Wirtschaft unbedingt angegangen werden müssen, um den Digitalstandort Liechtenstein eben zu einem solchen weiterzuentwickeln.

Sie stehen im engen Austausch mit verschiedensten Wirtschaftsvertretern. Wie gut ist Liechtenstein für die Dynamik der Digitalisierung aufgestellt?

Eine gute Frage, die Sie der Wirtschaft und anderen Entscheidungsträgern direkt stellen sollten, da dies oft sehr branchenspezifisch zu beurteilen ist. Davon zu sprechen, dass sich die Liechtensteiner Wirtschaft auf Lorbeeren ausruht und das Thema digitale Transformation zu wenig in den Fokus nimmt, wäre aber völlig verfehlt. Das Bewusstsein, dass dieses Thema ein zentraler Eckwert künftiger Entwicklungen ist, ist allgegenwärtig und der Wunsch, diese aktiv zu gestalten, ebenso. (sap)

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