Das 5G-Netz wird einiges verändern.
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Die neue Mobilfunkgeneration 5 G steht in den Startlöchern. Swisscom kündigte an, das neue Netz im vierten Quartal dieses Jahres in einigen Städten bereits zu lancieren. In Liechtenstein gibt es allerdings noch einige Hürden zu meistern.

Im Dezember letzten Jahres sorgte eine Pressekonferenz des Mobilfunkanbieters Sunrise für Furore. Bereits im Jahr 2020 wollte Sunrise mit der neuen Mobilfunkgeneration 5G in den Markt stechen. Konkurrent Swisscom setzte jetzt einen drauf. Am Donnerstag vermeldete das Unternehmen, dass Swisscom 5G bereits im vierten Quartal dieses Jahres einführen werde. Zumindest in einigen Städten soll damit die 5G-Infrastruktur bereits geschaffen sein – flächendeckend ist die Einführung des neuen Netzes nach wie vor für das Jahr 2020 vorgesehen. Für den Privatnutzer bedeutet dies noch nicht viel, denn erste 5G-fähige Geräte sollen erst Anfang 2019 auf den Markt kommen. Die Veränderung, die dann allerdings kommen wird, soll massiv sein. In Tests erreichte Sunrise in Kooperation mit Huawei Spitzen von 3,28 Gigabit pro Sekunde. Das entspricht der dreifachen Download-Geschwindigkeit des heutigen 4G-Netzes.

Doch nicht nur die Up- und Download-Geschwindigkeiten verändern sich mit dem neuen Netz enorm. Ein wichtiger Schritt ist vor allem die verkürzte Latenzzeit. Das heisst, dass die Zeitdauer zwischen einer Verbindungsanfrage und der entsprechenden Antwort praktisch auf Echtzeit reduziert wird. Dies ist beispielsweise für autonomes Fahren unabdinglich, vor allem im Zusammenhang mit der Kollisionsprävention. 5G wird aber auch im Hochfrequenzhandel, im Gewerbe und der Industrie grossen Einfluss haben.

Doch was bedeutet die Meldung von Swisscom für den Liechtensteiner Nutzer? Vorerst nicht viel, wie Matthias Bieber von FL1 erklärt: «Das ist eine Ankündigung der Swisscom und hat mit uns und unseren Kunden nichts zu tun. Jedes Unternehmen hat seine eigenen Zeitplan zum Testen und ausrollen von 5G.» So wirklich klar, wie dieser Zeitplan aussehen soll, ist es im Moment aber noch nicht. «FL1 wird sein Netz auf 5G ausbauen, allerdings können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen, wann 5G in Liechtenstein ausgerollt wird», sagte Bieber.

Einige Hürden zu meistern

Um einen Zeitplan vorgeben zu können, gibt es für das Liechtensteiner Telekommunikationsunternehmen noch einiges zu tun.

«Ein wesentlicher Faktor für die Einführung von 5G ist die Vergabe der 5G-Frequenz-(Spektrum)-Lizenzen und die Verfügbarkeit von Endgeräten (Smartphones) für Endkunden. Die Vergabe von 5G-Frequenzen wird in Liechtenstein durch das Amt für Kommunikation durchgeführt», nennt Bieber Voraussetzungen, die vor der Einführung des 5G-Netzes bei uns erfüllt werden müssen. Dazu kommen gesetzliche Anpassungen, die vorgenommen werden müssen. Denn «die erlaubten Grenzwerte für die NIS (nicht-ionisierende Strahlung) an den Basisstationen müssen erhöht werden, um einen technischen und wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen», führte Bieber aus.

Ausbau an Antennen wird notwendig sein

Zu den ganzen gesetzlichen und technischen Hürden, welche es zu meistern gibt, kommt hinzu, dass das Antennennetz ausgebaut werden muss. Das 5G-Netz nutzt zwar höhere Bandbreiten, dafür reichen die Frequenzen weniger weit. «Eine Verdichtung der Mobilfunkstationen ist daher unumgänglich», so Bieber. «Diese Mobilfunk-Stationen werden aber nicht nur Macro-Stationen sein, sondern auch zu einem grossen Teil «Small Cells» (Kleinzellen), welche die benötigte Abdeckung für den Indoor-Bereich und für Hotspots bereitstellen werden», führt Bieber weiter aus.

Bis wann es bei uns letztlich so weit sein wird, steht derzeit noch in den Sternen. Fakt ist jedoch, dass sich mit 5G einiges verändern wird. «5G wird das Betriebssystem der Digitalisierung sein», heisst es in der Medienmitteilung von Swisscom.

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