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Regierungschef Adrian Hasler kündigte gestern ein Blockchain-Gesetz an. Obwohl es noch in die Vernehmlassung muss, verlassen sich Firmen bereits darauf.

«Wir haben uns schon längere Zeit mit dem Thema befasst und gemerkt, dass der Wunsch von Marktteilnehmern nach einer Regulierung vorhanden ist», erklärte Adrian Hasler gestern gegenüber dem «Liechtensteiner Vaterland». Er hatte in seiner Eröffnungsrede am Finance Forum in Vaduz gestern ein Blockchain-Gesetz angekündigt, das im Sommer in die Vernehmlassung gehen soll. Das Ziel: Geschäftsmodelle rund um Blockchain und digitale Währungen regulatorisch einbinden, um Rechtssicherheit zu schaffen.

«Es wird auf der grünen Wiese geplant»

Laut Hasler sei Liechtenstein damit eines der ersten Länder weltweit, das Blockchain gesetzlich regelt. Das geht aber auch mit einem Problem einher: Orientierung an anderen Gesetzen gibt es nicht, deshalb «wird auf der grünen Wiese geplant», erklärte der Regierungschef weiter. «Wir sind im intensiven Austausch mit Firmen in der Fintech-Szene.» Es sei wichtig zu wissen, wo der Schuh drückt und wo die Bedürfnisse liegen. Bis im Sommer will er seinen Worten Taten folgen lassen: Dann wird es einen Vernehmlassungsbericht geben.

Firma von Gesetz angelockt

Dass alleine die Idee eines Gesetzes schon ausreichte, um Unternehmen vom Standort zu überzeugen, das zeigt das Beispiel der JDC Group. «Uns ist wichtig, rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Der Finanzplatz Liechtenstein steht der Entwicklung von Krypto-Assets und der Blockchain-Technologie grundsätzlich offen gegenüber und ein Krypto-Gesetz ist in Vorbereit-ung», erklärte Stefan Bachmann, Chief Digital Officer der Gruppe, auf Anfrage des «Liechtensteiner Vaterlands» in der vergangenen Woche. Der ehemalige Google-Manager startet für den Finanzvertrieb JDC Group ein eigenes Blockchain-Lab in Liech-tenstein. Die börsennotierte Gruppe zählt zu Deutschlands grössten Finanzvertrieben. Mit rund 16 000 Beratern betreut das Wiesbadener Unternehmen etwa 1,3 Millionen Kunden. Jedes Jahr vermittelt JDC Versicherungen, Investmentfonds und andere Finanzprodukte in Milliardenhöhe. Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein habe ausserdem bestätigt, zwischen sogenannten Security Token und Utility Token zu unterscheiden. «Letztere fallen nicht unter das Finanzmarkt-recht und damit auch nicht unter die Aufsicht der FMA», erklärte Bachmann. Damit könne man arbeiten und wisse, dass man seine Ressourcen effizient und regulatorisch sicher einsetzt. «Eine derartig klare Aussage ist von den Behörden anderer europäischer Länder derzeit nicht zu bekommen», betonte Bachmann. Obwohl das Unternehmen seit 50 Jahren in der Finanzwelt tätig ist, gehört es damit nicht zu den Dinosauriern, die sich vor der digitalen Welt verschliessen. Ganz im Gegenteil: Das Unternehmen verfolgt eine gross angelegte Digitalstrategie, die nun im Blockchain-Lab seinen vorläufigen Höhepunkt findet. JDC gründete daher vor Kurzem eine Tochter in Liechtenstein.

Schweigen beim Amt für Präsidiales

Auf Anfrage des «Liechtensteiner Vaterlands» anfangs der Woche, ob ein Krypto-Gesetz in Vorberei-tung sei, reagierte das Amt für Präsidiales und Finanzen sowie Generalsekretär Markus Biedermann nicht. Stattdessen erfolgte gestern die Ankündigung am Finance Forum. Dorothea Alber dalber@medienhaus.li

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