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 In der Kantonsschule in Romanshorn (TG) sollen Schüler ab diesem Sommer gewisse elektronische Geräte für den Unterricht nutzen können. Eine Vorgehensweise welche auch in Liechtensteiner Schulen diskutiert wird.

Nathalie Bagnoud nbagnoud@medienhaus.li Sie wachsen damit auf und sind aus ihrem Alltag kaum wegzudenken: Jugendliche und ihre Smartphones. Auch an den Schulen sind Handys sowie Tablets ein Thema. An der Kantonsschule in Romanshorn wird dieser Sommer ein Schritt weiter gemacht: «Ab August müssen alle Erstklässler ein sogenanntes 2-in-1 Hybridgerät besitzen», sagt der Rektor, Stefan Schneider gegenüber dem St.Galler Tagblatt. Das seien digitale Endgeräte, die sich gleichermassen als Notebook wie auch als Tablet einsetzen liessen. Weiters wird an derKantonsschule Romanshorn das Handy der Schüler aktiv in den Unterricht integriert. «Bei uns gilt die Devise ‹Bring your own device›, das heisst, die Schüler bringen ihr eigenes Smartphone und ihren eigenen Computer in die Schule mit», sagt Stefan Schneider. «Bei uns sind Handys auch Lerngeräte», betont er. Wandtafeln abfotografieren, Taschenrechnerfunktion, oder das Arbeiten mit der Lernplattform «OneNote» seien nur einige Beispiele, wie die Handys aktiv im Unterricht gebraucht würden.

Zukunftsmusik auch in Liechtenstein

Auch am Liechtensteinischen Gymnasium wird mit elektronischen Geräten im Unterricht gearbeitet, wie Rektor Eugen Nägele bestätigt: «Der Einsatz erfolgt nach Absprache mit der Lehrperson. Sie entscheidet über die Anwendung.» Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema «Digitalisierung» seien für das Gymnasium drei Perspektiven zentral: Die technologische Perspektive (Wie funktioniert das?), die anwendungsbezogene Perspektive (Wie nutze ich das?) und die gesellschaftlich-kulturelle Perspektive (Wie wirkt das? Was bewirke ich?)«Bring your own device ist denkbar und wird in den nächsten Jahren sicher ein Thema sein. Es geht aber nicht nur darum, ein Gerät einzusetzen. Ein Gerät alleine macht den Unterricht nicht besser», so Nägele. Seit einigen Jahren werden auch an den Weiterführenden Schulen Vaduz mobile Geräte im Unterricht eingesetzt. « Teilweise haben wir Klassensätze an Tablets angeschafft, teilweise werden auch Smartphones gezielt eingesetzt. Dies gehört heute zu einem abwechslungsreichen und interaktiven Unterricht dazu», sagt Schulleiter Peter Hilti. Auch hier entscheiden die Lehrpersonen, ob ein mobiles Gerät eingesetzt wird oder nicht. Ähnliche Diskussionen wie in der Schweiz laufen derzeit auch in Liechtenstein. Aktuell wird in Zusammenhang mit der Einführung des neuen Lehrplans (analog zum Lehrplan 21 in der Schweiz) über die künftigen Anforderungen an die IT nachgedacht.«Ich persönlich denke, dass auch wir in diese Richtung gehen werden. Die Finanzierung kann allerdings nicht bei den Eltern liegen, da bei uns jeglicher Unterricht kostenlos sein muss», sagt Hilti. Handys sinnvoll und gezielt einsetzten Die Richtlinien zur Handynutzung in den Schulen klar aufgestellt. An den Weiterführenden Schulen Vaduz wurden die Regeln mit den Schülern zusammengestellt, wie der Schulleiter erklärt: «Während den Unterrichtszeiten sind die Geräte weder seh- noch hörbar.In den grossen Pausen dürfen die Geräte frei verwendet werden», so Hilti. Auch am Liechtensteiner Gymnasium geht es darum, Handys sinnvoll und gezielt einzusetzen. «Die Erfahrungen und Studien zeigen, dass sich die ständige Ablenkung durch Handys schlecht auf die Konzentrationsfähigkeit und die Lernleistungen auswirken», erläutert Nägele. Bei Verstössen gegen diese Regel werden die elektronischen Geräte von der Lehrperson eingezogen und für 24 Stunden im Sekretariat des Gymnasiums deponiert. «Die Erfahrungen zeigen, dass sich die ganz grosse Mehrheit der Schülerinnen und Schüler ohne Probleme an diese Regelung hält», so Nägele.

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