Unter den Augen von Johann II., der seinerzeit als sehr fortschrittlich galt, präsentierten Andrea Scheller und Franziska Frick die neue Erhebungsmethode. Bild: Daniel Schwendener
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Gestern lancierte das Amt für Statistik die neue, elektronische Jahresenderhebung der Beschäftigten im Unternehmensregister. Damit will sich das Amt viel Arbeit ersparen.

Am Mittwoch informierte das Amt für Statistik -– ironischerweise just in dem Moment, als in Vaduz der Strom ausfiel – dass die Jahresenderhebung der Beschäftigten neu elektronisch erfasst werde. «Etwa 5000 Briefe haben wir jährlich selbst verpackt und an die Unternehmen verschickt», sagt Franziska Frick, Abteilungsleiterin für Register vom Amt für Statistik. Diese Fleissarbeit fällt nun mit der elektronischen Erhebung weg: Statt die Korrekturen auf der zugesandten Liste von Hand zu machen und anschliessend ans Amt für Statistik zu retournieren, müssen die Firmen lediglich online die Änderungen in ihrer Liste der Beschäftigten im Unternehmensregister eintragen. Die Daten werden dann direkt an die Landesverwaltung übermittelt.

Weniger Aufwand und geringerer Papierverbrauch

Gesichert wird diese Übermittlung durch einen individuellen Pincode, mit dem sich die Unternehmen anmelden müssen. Bereits heute erhalten alle in Liechtenstein ansässigen Unternehmen, Selbstständigen und Arbeitgeber von Haushaltspersonal diesen Code und werden aufgefordert, die Angaben zu überprüfen. Für das Amt für Statistik ist die elektronische Erfassung eine Entlastung: «Die Korrekturen müssen nicht mehr manuell erfasst werden, sondern werden neu automatisch elektronisch abgeglichen. Das reduziert den Aufwand massgeblich», erklärt Franziska Frick. Seit 1998 bis 2017 sind rund 2000 neue Arbeitsstätten hinzugekommen, deren Beschäftigten auch erfasst werden müssen. Die Digitalisierung erleichtere auch die Meldungen für Unternehmen. Zudem würden mit der Neuerung Ressourcen eingespart: «Fürs Papier werden weniger Bäume gefällt und die Versandkosten fallen weg», sagt Andrea Scheller, Leiterin des Amts für Statistik. Auch auf die Datenqualität habe die elektronische Erfassung einen positiven Einfluss. «Das Programm erkennt durch Validierungsregeln, dass es etwa einen Beschäftigten im Alter von fünf Jahren gar nicht geben kann», erläutert Franziska Frick. Dadurch würden Tippfehler und Fehler, die bei der manuellen Erfassung durch unleserliche Handschrift entstanden sind, vermieden. Weiter können Adressänderungen direkt eingetragen werden und für Rückfragen bei den Unternehmen sei ein direkter Kontakt hinterlegt.

Nicht nur das Amt für Statistik profitiert davon

«Mit der elektronischen Erhebung werden die digitalen Dienstleistungen des Staates gestärkt und die Zusammenarbeit von Unternehmen, Landesverwaltung sowie unter den Ämtern vereinfacht », sagt die Amtsleiterin. Die Daten des Unternehmensregisters dienen statistischen Publikationen, etwa der Lohn- und Bildungsstatistik sowie der Volkszählung. Jedoch würden auch andere Ämter, etwa das Ausländer- und Passamt sowie die AHV davon profitieren. Die Digitalisierung des Unternehmensregisters ist aber nicht der erste Modernisierungsschritt: 2016 wurde die elektronische Beschäftigtenmeldung eingeführt. Im Frühling 2017 habe man dann die Idee einer elektronischen Jahresenderhebung zum ersten Mal aufgegriffen. «Im Sommer wurde es dann konkreter und von Oktober bis Dezember arbeiteten wir intensiv daran», erklärt Andrea Scheller. Das Projekt sei mit einem Budget von 60 000 Franken umgesetzt worden. «Der Aufwand vom Amt für Statistik ist darin aber nicht eingerechnet.» (rr)

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