Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein liess sich letzte Woche am WEF in Davos vom Präsidenten der ETH Zürich, Lino Guzella, die jüngsten Forschungsergebnisse präsentieren. Foto: Eddy Risch
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Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein hat die Bedeutung der Digitalisierung bereits mehrfach thematisiert. Aus diesem Grund hat er auch das Patronat über die Standortinitiative digital-liechtenstein.li übernommen.

Interview: Patrick Stahl

Durchlaucht, Sie haben das Patronat über die neue Standortinitiative digital-liechtenstein.li übernommen. Warum unterstützen Sie diese Kampagne?

Erbprinz Alois: Es ist mir ein grosses Anliegen, dass sich Liechtenstein möglichst gut auf die Herausforderungen der digitalen Revolution vorbereitet und die damit verbundenen Chancen nutzt. Dies habe ich bereits mehrfach öffentlich thematisiert. Daher habe ich auch gerne das Patronat über digital-liechtenstein.li übernommen.

Was erwarten Sie sich von der Initiative?

Ich erwarte mir von dieser Initiative, dass sie im Bereich der Digitalisierung wichtige Beiträge für den Standort Liechtenstein leistet. Ich sehe digital-liechtenstein.li insbesondere als eine Plattform, die relevante Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vernetzt, über die digitalen Themen informiert und wertvolle Anregungen dazu gibt.

Sie haben die Digitalisierung mehrfach in ihren Ansprachen thematisiert und dabei Politik und Wirtschaft aufgefordert, sich rechtzeitig mit den Chancen und Gefahren dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Wieso sehen Sie die Digitalisierung gerade in Liechtenstein als drängende Aufgabe?

Die Digitalisierung ist für Liechtenstein genauso eine Herausforderung wie für alle anderen Staaten. Praktisch alle Lebensbereiche werden dadurch nun erfasst. Deshalb sollten wir uns auch eingehend mit der Digitalisierung befassen.

Inwiefern ist Ihr Appell bereits auf offene Ohren gestossen?

Neben der Standortinitiative digital-liechtenstein.li gibt es in Liechtenstein verschiedene andere Initiativen von staatlicher und privater Seite zum Thema Digitalisierung. Die Digitalisierung ist vor allem auch ein Schwerpunkt des Regierungsprogramms für die jetzige Legislaturperiode.

Wo sehen Sie das grösste Handlungspotenzial und die grössten Chancen? Welche konkreten Massnahmen würden Sie befürworten, welche zeitnah realisiert werden können?

Das grösste Handlungspotenzial sehe ich im Bereich der Bildung und der Sicherstellung einer guten Infrastruktur. Eine in digitaler Hinsicht bestens ausgebildete Bevölkerung ist entscheidend, um die damit verbundenen Chancen zu nutzen und als Standort in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Und eine sichere, stabile und leistungsfähige digitale Infrastruktur wird immer mehr zu einer Grundvoraussetzung – ähnlich wie es bisher die Telefonie und Elektrizität waren. Durch den richtigen Einsatz der digitalen Möglichkeiten liessen sich ausserdem viele staatliche Leistungen effizienter und bürgerfreundlicher erbringen. In allen Bereichen gibt es Massnahmen, die rasch realisiert werden können. Bezüglich der Priorisierung der verschiedenen Massnahmen könnte sicherlich auch digital-liechtenstein.li wertvollen Input geben.

digital-liechtenstein.li will Politik, Wissenschaft und Wirtschaft bei der digitalen Transformation und Innovation unterstützen und konzentriert sich dabei auf die fünf Themenfelder Netzwerk&Politik, Kommunikation, Talents, Events und Start-ups. Wo sollte Ihrer Ansicht nach das Augenmerk liegen?

Als Plattform, die die relevanten Kräfte aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringt, sollte das Augenmerk von digital-liechtenstein.li meiner Ansicht nach insbesondere auf der Vernetzung und der Kommunikation zwischen den relevanten Kräften liegen. Dabei sollte der Wissenstransfer zwischen den verschiedenen Institutionen und Unternehmen eine bedeutende Rolle einnehmen.

An der Auftaktveranstaltung von digital-liechtenstein.li sahen mehr als die Hälfte der 120 Teilnehmer den grössten Handlungsbedarf im Fachkräftemangel, gefolgt von Infrastruktur, digitales Ökosystem und den politischen Rahmenbedingungen. Wo würden Sie die Prioritäten setzen?

Ich würde die Prioritäten auf die Bereiche Bildung und Infrastruktur setzen. Massnahmen im Bildungsbereich sollten mittelfristig auch bezüglich des Fachkräftemangels helfen. Die politischen, inklusive regulatorischen Rahmenbedingungen sind bei uns traditionell attraktiv, werden aber wohl auch in einigen Bereichen noch hinsichtlich der Digitalisierung weiter optimiert werden müssen. Da die Digitalisierung praktisch alle Lebensbereiche erfasst, sollten diese Massnahmen jedoch in unseren generellen, ständigen Optimierungsprozess der Rahmenbedingungen einfliessen.

Wie digital sind Sie persönlich im beruflichen und privaten Alltag unterwegs?

Ich nutze die digitalen Medien sowohl beruflich als auch privat. Ich versuche sie aber zurückhaltend primär dort einzusetzen, wo sie einen echten Mehrwert bringen.

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