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Gemeinden werden zunehmend digitalisiert, indem die elektronische Kommunikation ausgebaut oder Abläufe automatisiert werden. Der Präsident der Rheintalischen Grenzgemeinschaft, Donath Oehri, ist überzeugt, dass es in diese Richtung weitergehen wird.

Herr Oehri, welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Gemeinden und ihre Verwaltungen?
Donath Oehri: Alle Lebens- und Sachbereiche erleben im Moment einen ungeheuren Wandel, ähnlich wie vor gut hundert Jahren bei der Elektrifizierung. Die Digitalisierung läuft vor allem in der Wirtschaft auf Hochtouren. Das macht auch vor den öffentlichen Verwaltungen keinen Halt. Bereits einige Projekte wurden zusammen mit den anderen Gemeinden und dem Land Liechtenstein umgesetzt oder in die Wege geleitet. Ein Beispiel dafür ist das zentrale Personenregister des Landes und der Gemeinden. Aber wir sind noch in den Kinderschuhen. Schritt um Schritt werden in den nächsten Jahren hier grosse Veränderungen stattfinden. Die riesige Menge an Daten aus den verschiedensten Bereichen wird es erlauben, dass sukzessive sehr viele weitere Arbeitsabläufe, Einrichtungen, Anlagen etc. automatisiert werden können und vor allem interaktiv ausgestaltet sehr viel mehr Austausch zwischen der Verwaltung und dem Einwohner stattfinden lassen und Mehrwerte bringen.

Welche Investitionen werden in den nächsten Jahren im Bereich der Digitalisierung auf die Gemeinden zukommen?
Hier wird sicherlich einiges anfallen. Wichtig ist, dass vor allem die Chance bei sowieso anstehenden Erneuerungen nicht verpasst wird oder auch bei der erstmaligen Errichtung von Systemen, Anlagen und Einrichtungen darauf geachtet wird, dass man auf die neuen Technologien setzt, die dann jederzeit eine unbegrenzte Erweiterung offen lassen. Dann ist die sowieso nötige Investition zwar im Moment etwas teurer, aber gleich zukunftsgerichtet ausgestaltet. Schliesslich wird es aber auch separate Investitionen nötig machen, um das digitale Zeitalter nicht zu verpassen. Die Digitalisierung wird unbegrenzte Möglichkeiten eröffnen, in verschiedensten Bereichen durch intelligente Steuerungen Mehrwerte zu schaffen und schliesslich dann aber auch Einsparungen in der Verwaltung zu erzielen. Diese Entwicklung darf man – wenn man es noch könnte – nicht aufhalten. Entweder ist man dabei oder man macht sich überflüssig.

Was wird sich für die Bürger verändern?
Für die Bürger wird es riesige Ausweitungen der Möglichkeiten geben. Behördengänge werden weniger werden. Vieles wird auf dem digitalen Weg ablaufen. Vor allem die Jüngeren werden diese Entwicklung voll nutzen und schätzen. Vielen Menschen und vor allem den älteren macht diese Entwicklung aber auch Angst. Diese Angst muss man nehmen. Einerseits muss man eben Schritt für Schritt vorgehen und den Menschen vor allem bei der Einführung auch die nötige Hilfe zukommen lassen. Das wird in einer Übergangszeit so sein. Aber die sich unausweichlich abzeichnende Zukunftsentwicklung zu verpassen oder bewusst aufhalten zu wollen, weil man den Menschen die Umstellung nicht zumuten will, wäre der völlig falsche Weg.

Sind die Gemeinden der Region für die anstehenden Veränderungen gerüstet oder bleibt noch viel zu tun?
Beim Grenzgemeindetag der Rheintalischen Grenzgemeinschaft vom vergangenen Donnerstag bei der Firma Zumtobel in Dornbirn wurde das Thema Digitalisierung mit verschiedenen, äusserst interessanten Referaten beleuchtet. Neben dem sehr inspirierenden Hauptreferat von Anke Knopp und den Ausführungen vom Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer haben auch der beim Kanton St. Gallen für E-Goverment verantwortliche Geschäftsführer Ivo Toman und der im Bundesland Vorarlberg verantwortliche Thomas Gayer referiert. Sowohl im Bundesland Vorarlberg als auch im Kanton St. Gallen ist man intensiv an der Arbeit in Richtung Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. Im Kanton St. Gallen wie auch in Vorarlberg ist das klare Verständnis vorhanden, dass Kanton/Bundesland und Gemeinden in koordinierter Weise und guter Kooperation das Thema vorantreiben müssen. Auch wir in Liechtenstein haben diesen Weg begonnen und auch hier kann es nur einen gemeinsamen intelligenten Weg geben. Es bleibt aber noch viel zu tun respektive die Entwicklung hat begonnen, und sie wird auch nicht enden. Wir müssen uns fit machen, Schritt für Schritt den Weg gehen und vielleicht auch von anderen, zum Beispiel von den Erfahrungen unserer Nachbarn, profitieren. (ags)

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