Seit Kurzem gibt es auch in Liechtenstein Anlageprodukte auf Kryptowährungen.
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Digital Virtuelles Geld ist auf dem Vormarsch. Seit Kurzem gibt es auch hierzulande Anlageprodukte auf Kryptowährungen. Wer seine Bitcoin also nicht im Bunker verstecken will, könnte auf diese Weise partizipieren, wie der Innovationstag «Digital Banking» zeigte.

Im Kanton Uri lagern bitcoin-Daten neuerdings in einem Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Dort soll die digitale Währung durch viel Gestein und atombombensichere Türen geschützt werden. Wie Schweizer Medien gestern berichteten, diente der Bunker als Hauptquartier der Schweizer Armee im Kalten Krieg. Das Herz des Bunkers ist der sogenannte «Kalte Raum». Er ist nicht nur vor elektromagnetischer Strahlung geschützt, sondern gleichzeitig auch ein Hochsicherheitstrakt. Der Bunker soll einen Hackerangriff von aussen offenbar unmöglich machen. Eine gewisse Ironie schwingt aber mit, dass digitales Geld physisch geschützt wird.

bitcoin als Chance für Banken

Diesen Medienbericht griff auch Demelza Hays in ihrem Vortrag während des Innovationstag «Digital Banking Liechtenstein» gestern an der Universität Liechtenstein auf. Sie forscht als Doktorandin über digitale Währungen und weiss: Die Verwahrung einer solchen ist nach wie vor ein Problem. Laut Hays ist es für Investoren eine von vier grossen Herausforderungen. Denn «Exchange»-Plattformen und «Konten» werden regelmässig gehackt. Zudem stellt sich die Frage, wie Kryptowährungen in der Steuererklärung angegeben werden müssen. Eine weitere Herausforderung ist zum Beispiel, wie etwa Erben an das virtuelle Geld gelangen. Ironischerweise kommen immer mehr Banken, Vermögensverwalter und Hedge-Fonds auf die Idee, das Problem zu lösen. Und zwar, indem sie die digitalen Währungen wie Bitcoin als Anlageprodukt anbieten, während sich der Investor nicht mit der Verwahrung, der Besteuerung und Erbfragen auseinandersetzen muss. Seit Kurzem gibt es auch in Liechtenstein Anlageprodukte auf Kryptowährungen. Die Bank Frick in Balzers, die ihren Fokus auf Intermediäre wie Fintechs setzt, macht mit einer Premiere von sich reden. Als erste Bank im Land legt sie ein Zertifikat auf, das auf Kryptowährungen beruht. Nun gibt Bank Frick Anlegern, welche die erforderlichen Kriterien erfüllen, die Möglichkeit, an der Kursentwicklung der Kryptowährungen Bitcoin und Ether zu partizipieren – während einer Laufzeit von fünf Jahren. Dabei arbeitet die Bank mit der Bitcoin Suisse in Zug zusammen. Diese agiert als Broker und wickelt über verschiedene Börsen rund um den Globus den Handel ab.

«Internet of Money» und sein Einfluss

Bitcoin, Ethereum, IOTA oder Ripple-Blockchain-Plattformen mit ihren Währungen haben sich in den letzten Monaten verstärkt ins Bewusstsein der Finanzindustrie gebracht. Die Aufmerksam- keit in der öffentlichen Wahrnehmung richtet sich vorwiegend auf die Kursentwicklung. Dabei wurde am dritten Innovationstag «Digital Banking» klar, dass nicht der Preis im Mittelpunkt stehen sollte, sondern der Wert, den eine Kryptowährung generiert. Der Wert besteht in neuen Marktplätzen mit eigenen Ökosystemen und innovativen Geschäftsmodellen. Das dabei entstehende «Internet of Money» wird die Finanzindus- trie in den kommenden Jahren stark beeinflussen. Am diesjährigen Innovationstag sprachen mehrere Referenten über innovative Technologien rund um das «Internet of Money». Dabei wurden nicht nur die Technologien und deren globale Entwicklung, sondern insbesondere auch deren Auswirkungen auf den Finanzplatz Liechtenstein beleuchtet.

Regulierung ist zu erwarten

In Österreich und der Schweiz gibt es keine Regulierung von Kryptowährungen, wie Patrick Bont von der Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht erklärte.
Rechtlich haben virtuelle Währungen dieses Jahr Eingang ins Sorgfaltspflichtgesetz gefunden und wurden damit zum ersten Mal von der Liechtensteiner Rechtsordnung erfasst. Doch laut Patrick Bont befinden sich die Regulatoren in einem Lernprozess. Eine Regulierung sei aber mit Sicherheit zu erwarten. «Anti-Geldwäscherei-Regeln werden relativ bald Anwendung finden», erklärte er. Weitere Regulierung etwa bei derVerwahrung sei ebenfalls zu erwarten. Seiner Ansicht nach könnten Selbstregulierungsinitiativen Standards setzen. «Nicht nur die Finanzmarktregulierung wird angepasst werden müssen, um Internet of Money zu verwirklichen», zeigte sich Bont überzeugt.
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