Als Steve Jobs im Januar 2010 das iPad registrierte, war das wegen diverser Leaks keine Überraschung. (Keystone)
WERBUNG

Konzerne wollen ihre Neuentwicklungen möglichst lange vor Konkurrenz und Medien geheim halten. Deshalb registrieren Firmen wie Apple, Samsung und Google ihre Produktenamen vorab in Ländern ausserhalb der USA, wo sie vor Schnüfflern besser geschützt sind. Denn in den USA sind die Anmeldungen der Namen in öffentlichen Datenbanken einfacher einsehbar. Also weichen Grosskonzerne gerne auf andere Länder aus, wo ihre neuen Produktnamen vor selbst ernannten Markendetektiven und Bloggern besser geschützt sind. So wurde der Apple HomePod vor dessen Lancierung weltweit zuerst in Liechtenstein angemeldet, wie der «Standard» kürzlich berichtete.

Blogger leakten iPad

Blogger wie Brian Conroy alias «Trademark Ninja» leaken regelmässig Registrierungen von Marken. Auf seinem Blog macht er regelmässig auf interssante Registrierungen aufmerksam. So wurden zum Beispiel diesen Monat Gin Crackers registriert.  

Als das iPad bei einer Entwicklerkonferenz im Januar 2010 vom mittlerweile verstorbenen Steve Jobs der Welt vorgestellt wurde, war das keine grosse Überraschung mehr. Blogger und Medien hatten vorab die Registrierung der Marke über das Register spitzgekriegt und ihre Schlüsse daraus gezogen. Das wiederholte sich bei den AirPods, den kabellosen Kopfhörern von Apple, die im September 2016 vorgestellt wurden. Beim HomePod ist das nicht geschehen. Der Markenname wurde Mitte Februar 2017 beim Amt für Volkswirtschaft in Liechtenstein eingereicht Dafür erhielt der Konzern aus Cupertino einen sogenannten Prioritätsbeleg – am ehesten mit einer Eingangsbestätigung vergleichbar. Auf diese nimmt das Markenregister in den USA Bezug und somit darf kein Konkurrent den Namen HomePod für sich benutzen oder registrieren.

Das Amt wollte die weltweit erste Registererwähnung des HomePods mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht kommentieren. Denn der HomePod erscheint derzeit noch nicht im Liechtensteiner Register und wurde auch nicht im Amtsblatt vermeldet.

Die Publikation eines Namens im öffentlichen Register kann auch hinausgezögert werden – etwa wenn man die Gebühren nicht sofort bezahlt. Das ist unter Patentanwälten eine beliebte Taktik, um die Publizierung hinauszuzögern. Ob Apple diese Taktik angewendet hat, ist unbekannt. Klar ist nur: Apple konnte die Welt mit dem HomePod überraschen. Wohl auch wegen des Prioritätsbelegs aus Liechtenstein ist die Produktneuheit lange geheim geblieben. (jeb)

 

WERBUNG

Kommentieren Sie den Artikel

Geben Sie hier bitte Ihren Kommentar ein
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein