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Cookies, Spyware, Proxy-Server, Trojaner, Passwörter, IP-Adressen und vieles mehr– der Themenkomplex Sicherheit im Internet hat gefühlt fast ebenso viele Facetten wie die Onlinewelt selbst. Einige davon werden im Folgenden aufgegriffen.

Eine Keksspur für die Werbewirtschaft

Auch wenn wir allein vor dem Computer sitzen und durchs Internets navigieren – unbeobachtet sind wir nie. Als Nutzer hinterlassen wir Datenspuren und sogenannte Webtracker warten nur darauf, die Fährte aufzunehmen. Die Informationen, die sie so sammeln, können, wenn sie uns denn lange genug auf den Fersen bleiben, zu Nutzerpro-filen verdichtet werden. Für solche datengenerierte Annäherungen an Identitäten interessieren sich wiederum gerade werbetreibende Unternehmen brennend, bieten sie ihnen doch die Chance, Reklamebotschaften gezielt zu addressieren. Wer über sein Surfverhalten beispielsweise ein gesteigertes Interesse an einer bestimmten Automarke an den Tag legt, darf sich nicht wundern, wenn ihm plötzlich ein entsprechendes Werbebanner begegnet. Eine weit verbreitete Tracking-Variante ist die Nutzung sogenannter Cookies (engl. für Kekse). Dabei handelt es sich um kleine Textinformationen, die vom Webseitenbetreiber im Browser des Nutzers abgespeichert werden, wenn eine Homepage aufgerufen wird. Ihr ursprünglicher Verwendungszweck lag darin, das Betreiben von Onlineshops zu ermöglichen. Ein Cookie dient dabei als eine Art Identifizierungshilfe, die sicherstellt, dass die ausgewählten Artikel auch im Warenkorb des richtigen Nutzers landen. Doch weil Cookies durch die in ihnen abgespeicherten Informationen eben auch Aufschlüsse über die Internetnutzung einer Person geben, rückten sie bald auch in den Fokus der Werbewirtschaft und geniessen seither einen eher zweifelhaften Ruf. Problematisch sind Cookies aber noch aus anderen Gründen. Durch fehlerhafte Browser oder Browser-Erweiterungen können sie von Dritten ausgelesen werden, wie das Projekt «Verbraucher sicher online» der TU Berlin warnt. Sensible Daten wie Benutezernamen und Kennwörter, die gelegentlich in Cookies zu finden sind, können so in falsche Hände geraten. Und da ist noch eine zweite Möglichkeit, wie Cookies geschützte Bereiche betretbar machen: Wenn wir uns auf einer Website anmelden, wird ein sogenanntes Session Cookie gesetzt, das so lange aktiv bleibt, bis wir uns wieder abmelden. Erfolgt keine Abmeldung, kann eine andere Person die Sitzung im Namen des Nutzers fortführen. Damit die «Datenkekse» uns nicht «schwer im Magen liegen» können, ist zusammenfassend also Folgendes zu beachten: Im Browser gespeicherte Cookies regelmässig löschen, Browser und Browser-Erweiterungen regelmässig aktualisieren, nach Online-Sitzungen stets ausloggen.

Mit der Tarnkappe durchs Internet

Angesichts der fortschreitenden Sensibilisierung bezüglich des Themas Datenschutz stellt sich vielen die Frage nach einer anonymen Nutzung des Internets. Und Möglichkeiten hierfür gibt es tatsächlich. Ansatzpunkt ist dabei die sogenannte IP-Adresse, die einen Computer identifizierbar macht und deshalb verschleiert werden muss. So wie das etwa VPN-Services tun. Sie sorgen einerseits dafür, dass der Nutzer nicht mit der eigenen IP-Adresse surft, sondern mit jener des VPN-Servers. Andererseits wird die Kommunikation verschlüsselt, indem die Daten durch eine Art «blickdichten» Tunnell übertragen werden. Unerkannt bleiben kann auch, wer einen kleinen Umweg auf sich nimmt. Statt eine Website direkt aufzurufen, wird ein Proxy-Server dazwischengeschaltet. Der Standort des Nutzers ist so nicht mehr ersichtlich.

Vorsicht, Kinder!

Kinder und Jugendliche gelten als besonders schutzbedürftige Mitglieder der Gesellschaft. Dies gilt in der «realen Welt» ebenso wie im Internet. Eltern sind deshalb gut beraten, Leitplanken zu setzen, welche die Online-Nutzung ihres Nachwuchses in dessen Sinn regulieren und steuern. Persönliche, erklärende Gespräche haben dabei ohne Frage nach wie vor den höchsten Stellenwert und sollten auch unbedingt stattfinden, allerdings können sie durchaus von technischen Hilfsmitteln flankiert werden. Bewährt hat sich in diesem Zusammenhang beispielsweise die Installation spezieller Filter, die bewirken, dass Kinder und Jugendliche nur Webseiten mit altersgerechten Inhalten ansurfen können. Was als nicht geeignet klassifiziert ist, bleibt gesperrt. Weit verbreitet sind auch Programme, die es Eltern erlauben, den Internetkonsum ihrer Schützlinge an bestimmte Uhrzeiten zu koppeln. Eine Funktion, die im Übrigen auch von vielen Providern angeboten wird. Grundsätzlich gilt: Je jünger der Nachwuchs, desto intensiver sollten Eltern dessen Internetnutzung begleiten. Ausserdem sind Erwachsene angehalten, zu kontrollieren, welche Seiten von ihren Kindern aufgerufen wurden, denn auch technische Unterstützung garantiert keine hundertprozentige Sicherheit.

Schlechtes Passwort, gutes Passwort

Zu jener Zeit, als das Internet die Gesellschaft allmählich zu durchdringen begann, war der eigene Webmail-Account für viele noch der einzige Online-Bereich, für den sie ein Passwort benötigten. Heute ist die Realität eine gänzlich andere. Soziale Medien, Webshops, Online-Banking, virtuelle Pokerplattformen, Singlebörsen, bei Bedarf auch Foren für Zierfischliebhaber oder Hobbytöpfer – der moderne User vereint oftmals eine geradezu schwindelerregende Vielfalt an Benutzerkonten auf sich, und jedes einzelne verlangt nach einem Passwortschutz. Wobei dieser Schutz in der Praxis genau wegen der vielen zu verwaltenden Profile gerne ziemlich rudimentär ausfällt. Bequemlichkeit und die Aussicht auf eine einfachere Handhabung verleiten dazu, entweder Passwörter zu wählen, die leicht zu merken sind, oder für mehrere Konten den gleichen Code zu benutzen. Mit dem Sicherheitsgedanken verträgt sich beides nicht sonderlich gut: Simple Passwörter sind auch leichter zu knacken, mehrfach verwendete Passwörter öffnen, wenn sie erst einmal entschlüsselt sind, nicht nur eine, sondern viele Türen. In der Quintessenz heisst das: Einem jeden Nutzerkonto sein eigenes, sicheres Passwort. Aber was gilt überhaupt als sicher? Viele Anbieter lenken Besucher ihrer Wesite bereits bei der Erstellung eines Accounts durch bestimmte zu erfüllende Anforderungen in die richtige Richtung. Dazu gehören in der Regel eine Mindestgrösse von acht Zeichen sowie die Verwendung von Gross- und Kleinschreibung, Sonderzeichen und Ziffern. Das Computermagazin «Chip» rät ausserdem dazu, persönliche Bezüge, beispielsweise das Geburtsdatum, zu vermeiden und auf Muster zu verzichten (AbCdEfGh). «Am besten sind Passwörter ohne jeglichen Sinn.» Wer im wahrsten Sinn des Wortes auf Nummer sicher gehen möchte, der findet im Internet Hilfe. Webseiten wie www.sicherespasswort.com wurden eigens dafür geschaffen, per Knopfdruck Kennwörter zu generieren, die den gängigen Sicherheitstandards entsprechen. Die totale Beliebigkeit eines Codes geht natürlich wiederum zulasten seiner Einprägsamkeit – weshalb es naheliegt, die sperrigen Codes zu notieren. Das ist auch durchaus ratsam. Allerdings sollte, um Hackern erst gar keine Zugriffsmöglichkeit zu geben, unbedingt der gute alte analoge Weg mit Stift und Papier beschritten werden. Zudem sollte ein solcher Passwortzettel stets an einem geeigneten Ort aufbewahrt werden. Also weniger in der Geldtasche, die schnell mal irgendwo liegen gelassen werden oder entwendet werden kann, sondern vielmehr zu Hause, etwa in einer Schreibtischschublade.

Viren, Würmer – und wie ihnen am besten
beizukommen ist

Das alles umspannenende und verbindende World Wide Web bewirkt beileibe nicht nur Gutes. Sogenannte Schadsoftware (alternativ: Malware) trifft online auf einen beinahe unerschöpflichen Fundus an potenziellen Opfern, auf deren Rechnern sie sich – meist unbemerkt vom Nutzer – einnisten und mitunter beträchtliche Schäden anrichten können. Die Bedrohung kann dabei in ganz unterschiedlichen Gewändern daherkommen: Neben dem wohl bekanntesten Vertreter, dem Virus, gibt es auch Würmer, Trojaner, Spyware oder Scareware. Und diese Aufzählung ist längst nicht abschliessend. Doch ganz egal, was «da draussen» letztlich darauf wartet, unsere Computer zu befallen – Schutzmassnahmen zu ergreifen, ist so oder so das oberste Gebot. Das Mittel der Wahl ist hierbei meist die Installation eines Virenschutzes. Entgegen dem Schluss, den ihre Bezeichnung nahelegt, hält eine solche Software nicht nur Viren fern, sondern bietet auch Schutz gegen viele andere Arten von Malware. Vorausgesetzt natürlich, sie wird regelmässig aktualisiert. Denn die Entwickler schädlicher Programme warten mit immer neuen Bösartigkeiten auf. Um zusätzliche Sicherheit zu schaffen, sollte parallel dazu eine Firewall aktiviert werden. Als Barriere zwischen Computer und Internet sorgt sie dafür, dass nur erlaubte Zugriffe auf den Rechner stattfinden. (bo)

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