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Liechtenstein investiert in eine hochmoderne Telekommunikationsinfrastruktur. Bis ins Jahr 2022 wollen die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) im Land ein flächendeckendes Glasfasernetz verlegen. LKW-Chef Gerald Marxer sieht darin zum einen eine Notwendigkeit für den Wirtschaftsstandort und grosse Zukunftschancen insbesondere für KMU.

Die Modernisierung der Datenautobahn in Liechtenstein ist bereits in vollem Gange. Die LKW bietet interessierten Privatpersonen und Unternehmen auf ihrem Webportal die Möglichkeit einzusehen, bis wann ihr Standort an das Glasfasernetz angeschlossen werden soll. Aktuell werden alle Gebäude in den Gemeinden Mauren, Vaduz und Triesen erschlossen. Im nächsten Schritt folgen Schaan, Eschen, Balzers, Ruggell und die restlichen Gemeinden.

Anschluss zur Spitzengruppe

32 Millionen Franken lassen sich die LKW die landesweite Umrüstung kosten. Eine Investition, die sich lohnen soll. Ein hochleistungsfähiges Glasfasernetz kombiniert mit einem starken Mobilfunknetz gilt als Basis für die digitale Gesellschaft und soll für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit sorgen, Standortvorteile schaffen und neue Chancen bei Bildung und Forschung in Liechtenstein bieten. Der beschleunigte Ausbau – bis Ende 2019 sollen 60 Prozent des Landes mit Glasfaser erschlossen sein – katapultiert Liechtenstein in die globale Spitzengruppe, in der zurzeit Singapur, Katar, Südkorea und die Vereinigten Arabischen Emirate die Nase vorn haben. In Europa wird Liechtenstein mit diesem Ausbaustandard führend sein.

KMU mit neuen Möglichkeiten

Profiteure der hochmodernen Datenautobahn sind nicht nur private Haushalte, die beispielsweise Filme in 4K- oder in Zukunft 8K-Auflösung auf ihren Empfangsgeräten streamen können, sondern auch die Wirtschaft und dabei insbesondere KMU. Bisher haben sich in erster Linie grosse und finanzkräftige Unternehmen einen teuren Glasfaseranschluss installieren lassen. „Kleinere Gewerbebetriebe hingegen verfügen meist über einen privaten Kommunikationsanschluss“, sagt LKW-Chef Gerald Marxer. „Mit dem flächendeckenden Glasfaserausbau können bald auch Klein- und Mittelbetriebe auf ein extrem schnelles Internet zählen und somit beispielsweise Cloud-Services wirklich nutzen.“

 

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KURZINTERVIEW GERALD MARXER

«Vor allem kleinere Unternehmen werden profitieren»

Interview Stefan Lenherr, Lenherr Kommunikation

Herr Marxer, was spricht für einen flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes in Liechtenstein? 
Gerald Marxer: Liechtenstein rühmt sich, ein attraktiver Standort für Unternehmen zu sein. Da gehört eine moderne Telekom-Infrastruktur einfach dazu. Grosse Unternehmen sind schon länger mit Glasfasernetz ausgerüstet. Für kleinere Unternehmen, von denen wir im Land sehr viele haben, hat sich die teure Anschaffung jedoch nicht gelohnt. Aber auch sie werden in Zukunft schnelle Verbindungen brauchen, um die Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung bieten, nutzen zu können. Zudem ist das Glasfasernetz die Basis, um die hohen Bandbreiten des künftigen Mobilfunkstandards 5G zu ermöglichen.

Wie stemmen die LKW die Kosten? 
Wir können die 32 Millionen Franken für den flächendeckenden Ausbau selbst mit Eigen- und Fremdkapital finanzieren. Über die Jahre werden wir die Investitions- und Betriebskosten über die Mietgebühren wieder reinholen.

Müssen sich Firmen- und Privatkunden auf höhere Preise einstellen? 
Wir berechnen den Internet Service Providern heute pro Kunde über 20 Franken für TV (Koax) und Telefon-/Internetanschluss (Kupfer). In Zukunft wird dieser Preis auf 18 Franken fallen. Die Preisgestaltung bei den Diensten liegt natürlich bei den Anbietern, doch auf jeden Fall ist das Potenzial da, die Angebote attraktiver und auch günstiger zu gestalten.

Was bedeutet ein flächendeckendes Glasfasernetz für den Wettbewerb unter den Dienstanbietern? 
Wir erwarten, dass der Wettbewerb an Fahrt aufnimmt und die Endverbraucher davon profitieren können. Alle Provider erhalten zu den gleichen Konditionen Zugriff auf die Netze – es gibt auch keinen Mengenrabatt – und können eigene Produkte auf dem Netz anbieten. Wir haben bei unseren Informationsveranstaltungen gemerkt, dass die Anbieter die Chance nutzen und sich am Markt positionieren wollen.

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